Seit 30 Jahren Flucht – europaweite Fahndung nach Links-TerroristInnen der RAF geht weiter


Fast 30 Jahre lang hielt die linksextremistische Rote Armee Fraktion (RAF) Deutschland in Atem. Sie tötete Wirtschaftsbosse und Spitzenvertreter des Staates und zog eine Blutspur durch die Republik. 34 Morde gehen auf ihr Konto, Hunderte Menschen wurden bei Anschlägen verletzt.


Von Klaus Blume, dpa

1998 verkündete die Terrorgruppe ihre Auflösung. Doch das Thema RAF ist für Deutschland noch lange nicht erledigt, wie die aktuelle Fahndung nach drei ihrer früheren Mitglieder beweist. Seit Montag wird nach Ernst-Volker Staub (66), Burkhard Garweg (52) und Daniela Klette (62) EU-weit gesucht. Die beiden Männer und die Frau stehen jetzt ganz oben auf der Liste der «meistgesuchten Flüchtigen» der europäischen Polizeibehörde Europol.


Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen ordnet ihnen zwölf Raubüberfälle zwischen 1999 und 2016 zu. Die "RAF-Rentner", wie sie in der deutschen Presse bezeichnet wurden, sollen sich damit ihren Lebensunterhalt verdient haben. Die Täter zeigten laut Medienberichten hohe kriminelle Energie. Beim Überfall auf einen Geldtransporter und ein Bettenlager in Cremlingen bei Braunschweig 2016 setzten drei Räuber, bei denen es sich um die Gesuchten handeln soll, eine Panzerfaust und ein Sturmgewehr Marke Kalaschnikow ein.



Sie erbeuteten 400 000 Euro. «Die Skrupel- und Rücksichtslosigkeit, mit denen die Täter bei ihren Taten Menschenleben gefährdet haben, rechtfertigen die Aufnahme der Flüchtigen auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas», sagte LKA-Chef Friedo de Vries jetzt dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Klette, Garweg und Staub waren 1990 untergetaucht. Sie werden zur sogenannten dritten Generation der RAF gerechnet, über die man immer noch wenig weiss. Die RAF war im Jahr 1970 im Gefolge der 1968er Studentenbewegung entstanden. Sie strebte einen radikalen Umsturz der gesellschaftlichen Verhältnisse in Westdeutschland an. Unter ihren Anführern Andreas Baader und Ulrike Meinhof richtete sich der Terror zunächst vor allem gegen US-Einrichtungen. Die wichtigsten Vertreter der ersten Generation - neben Bader und Meinhof Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe - nahmen sich in Haft das Leben.

Die zweite Generation zeichnete 1977 für die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und die Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer im "deutschen Herbst" verantwortlich. Die mutmasslichen Haupttäter wurden vor Gericht gestellt und zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie sind nach vorzeitigen Haftentlassungen mittlerweile wieder auf freiem Fuss.

Bei der dritten Generation tappen die Ermittler im Dunkeln. Bis heute kennt niemand die Verantwortlichen der tödlichen Attentate auf Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989), den Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (1986) oder den Chef der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder (1991), zu denen sich die RAF bekannte. Auch die Kommando-Ebene der dritten Generation ist namentlich kaum bekannt. Rohwedder, zuständig für die Privatisierung der früheren DDR-Staatsbetriebe, war das letzte RAF-Opfer.

«Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte», erklärte die RAF im März 1998 in einem letzten Schreiben. Ein Jahr später sollen Klette, Garweg und Staub bei einem Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) eine Million D-Mark (511 000 Euro) erbeutet haben. Der dreiste Überfall von Cremlingen vom Sommer 2016 war die vorerst letzte Raubtat, die dem Trio zugeordnet wird. Doch fast vier Jahre später bleiben die «RAF-Rentner» unauffindbar. «Mit der Veröffentlichung im europäischen Raum und der damit verbundenen Aufmerksamkeit hoffen wir auf den entscheidenden Tipp», sagte LKA-Chef de Vries.


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