Viele bekannte Nationalräte wurden abgewählt



An Wahlen werden immer auch «Körbe» verteilt. Getroffen hat es diesmal bekannte und langjährige Parlamentarier wie Maximilian Reimann (SVP) oder Corrado Pardini (SP).

Maximilian Reimann war schon 15 Jahre lang ein bekannter TV-Journalist, ehe er 1987 Nationalrat wurde. 1995 bis 2011 sass er in der kleinen Kammer, danach kehrte er in den Nationalrat zurück. Nachdem der 77-Jährige - wie der ebenfalls abgewählte Luzi Stamm - von der SVP nicht mehr aufgestellt worden, tat er einen eigenen Laden auf, eine Liste 65+. Dieser hat es nun nicht gereicht.


Ähnlich sein zehn Jahre jüngerer Parteikollege Luzi Stamm, der seit 1991 im Nationalrat sass. Er stieg - ebenfalls im Aargau - mit einer "LS – Luzi Stamm" betitelten Liste 13 ins Rennen. Sie brachte ihm kein Glück. Letzteres hatte er im Vorfeld der Wahlen ohnehin etwas strapaziert, unter anderem mit einer vierseitigen Wahlbeilage, in der er die verstorbenen Hilfswerksgründer Beat Richner und Margrit Fuchs als seine Referenzen angab.


Nicht ganz so lange wie Reimann und Stamm, aber immerhin 16 Jahre im Nationalrat sass der Freiburger Jean-François Rime. Der breiten Bevölkerung bekannt wurde er, nachdem ihn die Fraktion für die Bundesratswahlen vom 22. September 2010 und erneut für die Bundesratswahlen vom 14. Dezember 2011 nominiert hatte.



Schock in Graubünden

Nicht ganz so berühmt, aber ebenfalls mit viel Sitzleder ausgestattet war der Luzerner Felix Müri (SVP), der nach 16 Jahren den Hut nehmen muss. Auf immerhin sieben Jahre in Bundesbern kann der Luzerner Peter Schilliger von der FDP zurückblicken: Er rutschte 2012 für den verstorbenen Otto Ineichen in den Nationalrat nach.


Gleich vier Nationalräte wählte der Kanton Bern ab: den Bernjurassier Manfred Bühler (SVP) sowie von der SP Corrado Pardini und Adrian Wüthrich. Auch Heinz Siegenthaler von der BDP wurde nach insgesamt drei Jahren im Nationalrat in die Wüste geschickt.


Während für den Kanton Bern mit seinen 24 Nationalratssitzen drei bis fünf Abgewählte normal sind, traf den Kanton Graubünden schier der Schock: Gleich zwei Nationalräte wurden abgewählt, dabei hat der Kanton nur fünf Sitze. Heinz Brand, seit 2011 für die SVP im Nationalrat, hätte diesen übernächstes Jahr präsidieren sollen. Damit wird jetzt nichts. Schluss auch für Duri Campell: Ohne ihn ist die Bündner BDP im Bundesparlament nicht mehr präsent.


Einen weiteren Nationalrat verlor die BDP mit Bernhard Guhl im Aargau. Er hatte 2008 zu den Gründungsmitgliedern der BDP Aargau gehört und wurde 2011 in den Nationalrat gewählt. Und mit Philipp Hadorn aus Solothurn, der nach zwei Runden gehen muss, hat auch die SP bis jetzt mindestens einen Abgewählten.


Retourkarawane nach Zürich

Einen Schock, fast so heftig wie derjenige Graubündens, erlebte der Kanton Glarus: Der 35-jährige Grüne Mathias Zopfi verdrängte in dem sonst so stabil bürgerlich wählenden Kanton den SVP-Nationalrat Werner Hösli. Schmerzlich war die Abwahl auch für Sebastian Frehner, der neun Jahre für die SVP Basel-Stadt im Nationalrat sass. Er will sich nun aus der aktiven Politik zurückziehen.


Bitter war der Wahlausgang auch für den bisherigen Zürcher SVP-Nationalrat und leidenschaftlichen Twitterer Claudio Zanetti. Er war im Kanton nicht der einzige Abgewählte: Sein Los teilten auch Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler (FDP), der mit der "No Billag"-Initiative nationale Bekanntheit erlangte, sowie die SP-Nationalräte Martin Naef und Thomas Hardegger. Voraussichtlich beendet ist die nationale Polit-Karriere auch für CVP-Politikerin Kathy Riklin, die auf der CSV-Liste antrat.


Im Kanton St. Gallen wurden zwei Nationalräte und eine Nationalrätin abgewählt: Thomas Müller hatte 12 Jahre lang für die SVP in der grossen Kammer politisiert, Parteikollegin Barbar Keller-Inhelder vier Jahre und CVP-Mitglied Thomas Ammann ebenfalls eine Amtszeit lang. Im Thurgau hat jetzt Hansjörg Brunner (FDP), der vor zwei Jahren in den Nationalrat nachrutschte, für andere Dinge Zeit. Bemerkung: Die Liste ist nicht vollständig, da noch nicht alle Resultate vorliegen. #wahl #chta


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