Gastronomiekette Vapiano zahlungsunfähig – 10'000 Jobs bedroht

Die deutsche Restaurantkette Vapiano steht vor der Pleite und hofft nun auf Staatshilfe. Vapiano sei zahlungsunfähig, teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit. Es sieht sich als Opfer der Ausgangsverbote und beschränkten Öffnungszeiten im Zuge der Corona-Pandemie, hatte aber bereits seit Jahren mit Verlusten und Umsatzeinbussen zu kämpfen.


Redaktion • Quelle (sda awp reu)


Fast alle der 230 Restaurants weltweit seien seit Donnerstagabend geschlossen. Das Unternehmen hat nun drei Wochen Zeit, einen Insolvenzantrag zu stellen, will diesen aber mit staatlichen Finanzhilfen abwenden.


10'000 Jobs bedroht – Forderung nach staatlicher Unterstützung

Es seien weltweit 10'000 Jobs in Gefahr. «Seit heute ist klar, dass Vapiano ohne sofortige staatliche Unterstützung nicht überlebensfähig sein wird und Insolvenz anmelden muss, was den Verlust von 10'000 Arbeitsplätzen weltweit zur Folge hätte», sagte Vorstandschefin Vanessa Hall.


Vapiano habe angesichts der Corona-Krise kaum noch Umsätze erwirtschaftet, Gehälter, Mieten und Betriebskosten liefen jedoch weiter auf. Wie viel Geld die Kette kurzfristig bräuchte, teilte Vapiano nicht mit. Der im Zuge der Krise aufgelegte KfW-Unternehmerkredit käme jedenfalls zu spät.


Die Bundesregierung hat angekündigt, die Drei-Wochen-Frist für den Insolvenzantrag bis September für Firmen auszusetzen, die wegen den politischen Massnahmen gegen den Virus in eine Schieflage geraten sind. In den ersten sechs Monaten 2019 hatte Vapiano unter dem Strich 34 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Hauptaktionär von Vapiano ist die Beteiligungsfirma der ehemaligen Tchibo-Eigentümerfamilie Herz mit 47,4 Prozent. Sie hatte weitere Finanzspritzen abgelehnt und ihr Aktienpaket an einen Treuhänder übergeben.

Situation von Vapiano-Schweiz unklar

In der Schweiz betreibt Vapiano seine Restaurants im Franchise-System. Filialen gibt es in Zürich, Basel, Bern, Freiburg, Lausanne und Genf. Inwiefern die Schweizer Restaurants der Kette betroffen sind, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar.


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