Der Edelmut von Cédric Wermuth (SP) – Jetzt macht er einer Frau Platz



Der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth tritt nicht zur Ständerats-Stichwahl an. Dafür steigt Ruth Müri (Grüne) erneut ins Rennen. Darauf einigten sich die Parteien. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen. FDP und SVP lagen im ersten Wahlgang vorne.

Wahlen 2019 (sda)


Er habe sich persönlich entschieden, auf eine Kandidatur im zweiten Wahlgang zu Gunsten von Müri zu verzichten, sagte Wermuth am Dienstag vor den Medien in Aarau. Der Entscheid werde von der SP «zu hundert Prozent mitgetragen».


Nicht seine politische Karriere stehe im Vordergrund, sondern es gehe um die Verantwortung für das Ganze, also für eine soziale, gerechte, ökologische und offene Schweiz. Die Kräfte müssten gebündelt werden, betonte der Nationalrat.

Es sei Zeit für eine grüne Aargauer Ständerätin, sagte Müri. Es könne nicht sein, dass zwei rechtsbürgerliche Männer den Aargau im Ständerat vertreten würden. Die grüne Grossrätin und Stadträtin von Baden erhält für den zweiten Wahlgang die Unterstützung der SP. Gemäss Daniel Hölzle, Präsident der Grünen Aargau, geht es darum, eine ausgewogene Vertretung nach Bern zu schicken. "Das schaffen wir nur gemeinsam", hält Hölzle fest.


Wermuth, der einen intensiven Wahlkampf für den Ständeratssitz führte, hatte sich bei der Nomination parteiintern gegen Nationalrätin Yvonne Feri durchgesetzt. Für die Nationalratswahlen gingen SP und Grüne eine Listenverbindung ein: Die Grünen legten um 4,29 Prozentpunkte zu, die SP um 0,39 Punkte - den zusätzlichen Gewinn gewann jedoch die SP.


FDP und SVP lagen vorne


Im ersten Wahlgang für die zwei freien Ständeratssitze hatte kein Kandidierender das absolute Mehr geschafft. Das Feld führten Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) an. Burkart und Knecht treten zum zweiten Wahlgang an. Wermuth erhielt mehr als 16'000 Stimmen weniger als Knecht und landete damit auf dem dritten Platz. Als Nationalrat wurde Wermuth klar wiedergewählt.


Auch CVP tritt wieder an


Den vierten Platz belegte Müri. Es folgte Marianne Binder (CVP). Sie wurde neu in den Nationalrat gewählt. Die CVP-Delegierten nominierten Binder am Dienstagabend einstimmig für den zweiten Wahlgang.

Chancenlos blieben der wiedergewählte GLP-Nationalrat Beat Flach, BDP-Grossrätin Maya Bally und EVP-Grossrat Roland Frauchiger.

Der zweite Wahlgang findet am 24. November statt. Dann sind die zwei Kandidierenden gewählt, die am meisten Stimmen erhalten. Pascale Bruderer (SP) und Philipp Müller (FDP) vertraten in den vergangenen vier Jahren den Kanton Aargau im Ständerat. Sie traten nicht mehr an.


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